„Rambo – First Blood“ 4K Blu-ray im Test: Action-Klassiker in Bestform

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Action-Klassiker "Rambo - First Blood" im 4K Blu-ray Test!

Wir testen die Remastered Version von „Rambo – First Blood“ auf 4K Blu-ray. Im Test erfährt ihr, ob sich UHD-Upgrade von „Rambo“ mit Sylvester Stallone in der Hauptrolle lohnt.

Inhalt (75%)


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Ich muss zugeben, ich bin noch eine „Rambo-Jungfrau“. Das Franchise hatte bisher noch nicht mein Interesse geweckt. Doch das schöne am Ultra HD Format ist, dass vielen Filmklassikern neues Leben eingehaucht wird. So bekommen auch „jüngere“ Semester eine Möglichkeit die großen Filme der 70er, 80er und 90er Jahre neu zu erleben. So fühlte es sich zumindest für mich an, als ich Rambo – First Blood in den 4K Blu-ray Player legte. Die Geschichte handelt von John J. Rambo, einen wortkargen Vietnam-Veteranen, der nach seinem Einsatz in die Heimat zurückgeschickt wurde. Zu Beginn möchte er einen alten Kameraden seiner „Green Barret“-Einheit aufzusuchen. Leider ist dieser an Krebs verstorben und so bleibt er als einziger Überlebender seiner „alten Bande“ zurück. Sichtlich niedergeschlagen (oder schaut Sylvester immer so) zieht er weiter und erreicht schließlich in das kleine Städtchen Hope (Hoffnung) in Britisch Columbia.

Ein junger Stallone in seinem ersten Rambo-Film
Ein junger Stallone in seinem ersten Rambo-Film

Eigentlich will er sich nur eine Kleinigkeit zum Essen besorgen, doch bevor es dazu kommt, wird er vom Sheriff aufgegriffen. Er sagt Rambo ganz deutlich, dass er Leute wie ihn nicht in seiner Stadt haben will. Der Sheriff hält ihn für einen Landstreicher und fährt ihn raus aus der Stadt, damit er seinen Weg fortsetzen kann. Nach einer Brücke lässt er Rambo aussteigen, dieser denkt aber gar nicht daran seinen Weg fortzusetzen, sondern kehrt um und läuft wieder Richtung Hope. Der Sheriff nimmt ihn daraufhin wegen Landstreicherei, Widerstand gegen die Staatsgewalt und Waffenbesitz (Rambos Messer) fest.

In der Wache angekommen, wird nicht gerade zimperlich mit John Rambo umgegangen. Er wird physisch misshandelt, was ihn immer wieder an seine Gefangenschaft im Dschungel von Vietnam erinnern. Die Flashbacks werden auch visuell dargestellt und machen verständlich, wieso er so panisch auf die Misshandlungen reagiert. Als ihm ein Wärter mit einer Rasierklinge (für eine Rasur) zu nahe kommt, folgt er nur noch seinem Instinkt bzw. seinem jahrelangen Drill.

Mit gekonnten Tritten und Schlägen knockt er drei Sheriffs aus und lässt ein paar weitere durch Fensterscheiben oder quer durch den Raum fliegen. Er schafft es aus der Polizeiwache zu fliehen und entkommt auf einem gestohlenem Motorrad. Sofort wird die Verfolgung aufgenommen, doch Rambo ist schneller und kann sich in ein bewaldetes Gebiet retten – seinen „Dschungel“. Die Suche wird ausgeweitet. Die Sheriffs nehmen den Angriff eher persönlich und setzten gleich mehrere Leute, Hunde und einen Hubschrauber auf den Flüchtigen an. Nachdem ein Staatsdiener dann auch ohne Vorwarnung aus dem Hubschrauber auf Rambo schießt und dabei tödlich verunglückt, wird es ebenfalls dem Flüchtigen angerechnet. Rambo wehrt sich weiter und setzt die Sheriffs einem nach dem anderen in bester  Guerilla-Manier außer Gefecht. Dabei handelt Rambo nicht gerade zimperlich: Es werden schon einmal Oberschenkel durchschossen, oder angespitzte Stöcke in die Körper der „Feinde“ gerammt. Und so nimmt die Story ihren Lauf. Aus ein paar Sheriffs werden um die 200 Soldaten der Nationalgarde, die alle nach John J. Rambo suchen. Er sitzt in der Falle, denkt aber nicht ans Aufgeben.

Flashbacks von seiner Gefangenschaft in Vietnam quälen Rambo
Flashbacks von seiner Gefangenschaft in Vietnam quälen Rambo

Der erste Teil der Rambo-Saga ist mit knapp über 90 Minuten schnell erzählt. Im Deutschland wurde der Titel „Rambo“ gewählt. In den USA kam der Film unter „First Blood“ also „Erstschlag“ in die Kinos. Zu Beginn geht man mit den Flashbacks kurz auf die Traumata der Hauptfigur ein, danach wird man jedoch bis zum Schluss nicht mehr daran erinnert. Der wortkarge „Held“ gibt auch nicht gerade einen tiefen Einblick in seine Seele. Sein handeln verteidigt er gegenüber den anderen und womöglich auch sich selbst mit den Worten „Die haben angefangen“. Somit beschreibt der englische Originaltitel „First Blood“ den Film eigentlich weitaus besser. Die unfaire und brutale Gangart der Sheriffs ist sicherlich nicht zu entschuldigen, die Reaktion von Rambo scheint dann doch etwas übertrieben. Am Ende hat er ja dann doch mehrere Menschen auf dem Gewissen, auch Zivilisten (ja die explodierende Tankstelle war im Betrieb). Anfang der 80er Jahre wurde man mit der Figur des „John J. Rambo“ vielleicht dann doch einfacher warm.

Insgesamt fanden wir den Film inhaltlich ganz gut. Die Story ist kurzweilig und bewegt sich schnell fort. Es kommt sicherlich keine Langeweile auf. Wer das psychologische Dilemma in dem sich Rambo befindet etwas auf die Seite schieben kann, für den hält „Rambo – First Blood“ 90+ Minuten beste Action-Kost bereit.

Bildqualität (80%)

Das 4K Remaster wurde vom 35mm Negativ erstellt. Das analoge Material wurde eingescannt, Bildfehler korrigiert und eine komplette Farbkorrektur durchgeführt. Er wurde auch ein HDR-Workflow (HDR10) angewendet um den Dynamikumfang zu erweitern. Heraus kommt ein detailreiches 4K-Master, dass der Blu-ray Version in vielen Belangen überlegen ist. Das Filmkorn gehört zu „Rambo – First Blood“ einfach dazu, fällt aber nur selten negativ auf. In einigen Szenen wurde wohl versucht mit einem Weichzeichner das Filmkorn etwas zu minimieren. Die Farbpalette des Films ins nicht gerade sehr breit. Der erweiterte rec.2020 Farbraum liefert hier und da eine bessere Durchzeichnung von Farbverläufen, der Film tritt aber nur selten aus seinen grau-grünen Farbmix heraus. Die rot-blauen Sirenen der Sheriffs und die Explosionen sind da schon die willkommenste Abwechslung.

Die Farbpalette von "Rambo - First Blood" ist nicht unbedingt sehr breit. Viel dunkles Grün, Grau sowie ein paar rote "Farbkleckse". Man beachte die gut lesbare Schrift auf der Ambulanz
Die Farbpalette von „Rambo – First Blood“ ist nicht unbedingt sehr breit. Viel dunkles Grün, Grau sowie ein paar rote „Farbkleckse“. Man beachte die gut lesbare Schrift auf der Ambulanz

Der Detailgrad ist über den Film gesehen Szenen sehr gut. Die Bildtiefe kann durch den erweiterten Dynamikumfang mit HDR10 gesteigert werden. Die Szenen wirken weitaus plastischer als auf der regulären Blu-ray. Leider gibt es auch ein paar negative Punkte, die entweder dem statischen HDR-Format oder dem Quellmaterial geschuldet sind. In ein paar Szenen im Wald und in der Miene ist die durchschnittliche Bildhelligkeit doch sehr niedrig. Das führt jedoch dazu, dass in den dunklen Bildbereichen (z.B. in der Miene) sehr viele Details verschwinden und was eigentlich Schwarz sein sollte eher einem Grau gleicht. Die Szenen in denen das negativ auffällt, kann man aber an einer Hand abzählen.

Insgesamt kann man mit der Bildqualität sehr zufrieden sein. Aus den Negativen von 1982 lies sich noch richtig etwas rausholen. Die 4K UHD Blu-ray liefert das bisher beste Bild von „Rambo – First Blood“ ab und ist für Fans bereits deshalb ein Muss.

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Tonqualität (70%)

Die deutsche sowie englische Tonspur liegt als DTS-HD MA 5.1 vor. Wer sich jedoch einen großartigen einnehmenden Surround-Klang verspricht, wird enttäuscht. Die Audioquellen sind wohl doch zu schlecht aufgelöst und lagen als Mono oder Stereo Tonspur bereit. Die Dialoge sind gut verständlich, in manchen Szenen klingt es jedoch fast so, als würde man zwischen den Tonspuren wechseln (was nicht unüblich war). Vor allem wenn kein Dialog vorkommt, nimmt man hier und dort ein fast klirrendes Geräusch wahr.

Die Soundeffekte sind etwas nachbearbeitet worden, so wirken manche Szenen nicht so dumpf. Die Dialoge sind durchweg gut verständlich, aber auch hier ist der „Zahn der Zeit“ deutlich zu hören. Eine klangliche Offenbarung ist „Rambo – First Blood“ sicherlich nicht, man muss bei einem Film aus 1982 dann aber auch die Kirche im Dorf lassen. Dem Zuschauer wird zumindest ein gutes Stereo-Erlebnis mit klaren Dialogen vermittelt. Ob der Film durch eine bessere Trennung auf die äußeren Lautsprecher an „Tiefe“ gewonnen hätte, wagen wir zu bezweifeln.

Die Explosionen werden sehr detail- und kontrastreich dargestellt und liefern auch etwas mehr Farbe!
Die Explosionen werden sehr detail- und kontrastreich dargestellt. Auch aus den Boxen scheppert es deutlich!
  • Deutsch: DTS-HD MA 5.1 (75%)
  • Englisch: DTS-HD MA 5.1 (80%)

Bonus (65%)

Wer ein echter Fan ist, wird sich über die zusätzlichen und neuen Bonus-Inhalte auf einer Extra-Disc freuen. „Rambo und die 80er (Teil 1)“ gab es so vorher nicht zu sehen. Teil 2 und 3 sind logischerweise dann auf „Ramo II – Der Auftrag“ und „Rambo III“ zu sehen. Ansonsten gibt es die üblichen Verdächtigen, wie sie bereits auf der Blu-ray-Version zur Verfügung standen: Audiokommentare mit Sylvester Stallone und David Morell || Featurette: „Das wahre Vietnam“ || „Das Schmieden von Helden“ || How to become Rambo (Teil 1) || Making of || Über die Restauration || Alternatives Ende || Geschnittene Szenen + Original Trailer.

Gesamtbewertung Rambo First Blood 4K Blu-ray (75%)

„Rambo – First Blood“ war eine gelungener Ausflug in das Kino der 80er Jahre, als Filme noch „handgemacht“ waren. Die Story verdient jetzt nicht gerade einen Oscar, dafür kommen Action-Fans ganz auf ihre Kosten. Nach 92 Minuten ist es auch schon wieder vorbei. Die Restauration des Original-Filmmaterials ist Studiocanal sehr gut gelungen und liefert die bislang beste Fassung von „Rambo“.

Die Tonspuren sind dagegen nicht unbedingt der Rede wert. Die Effekte sind etwas nachbearbeitet worden und die Dialoge sind klar verständlich. Die englische Tonspur gefällt uns einen Tick besser, dafür kann man die Protagonisten aber schlechter verstehen.

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Technische Details & Ausstattung:

Erscheinungstermin: 08. November 2018 Review am: 07. November 2018
Erscheinungsjahr Film: 1982 Laufzeit: 119 Minuten
Filmstudio: Studiocanal FSK: Ab 16 Jahren
Auflösung / Bildfrequenz:
2160p @ 24p Untertitel:
Bildformat:
2.35:1 / 16:9 Tonspur:
Deutsch DTS-HD MA 5.1
Englisch DTS-HD MA 5.1
High Dynamic Range:
HDR 10 Ausstattung:
4K Blu-ray
HD Blu-ray
Testgerät TV: LG OLED55B7D
Testgerät Player: LG UP970

Rambo – First Blood Trailer:

„Rambo – First Blood“ 4K Blu-ray im Test: Action-Klassiker in Bestform
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